SYS.2 Systemanforderungs-Analyse

Sie beschäftigen sich mit den Anforderungen von Automotive SPICE®, insbesondere »Systemanforderungs-Analyse«? Auf dieser kompakten Seite finden Sie relevante Infos zum Schlüsselprozess SYS.2 aus dem VDA-Scope, inklusive einem Video und einem kostenlosen Whitepaper.

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Prozess-ID
Prozessgruppe
SYS.2
System Engineering

Automotive SPICE ist eine Marke des VDA QMC.

Der Systemanforderungsanalyse-Prozess in Automotive SPICE® (auch als SYS.2 bezeichnet) hilft Ihrem Unternehmen, die definierten Anforderungen der Stakeholder in eine Reihe von Systemanforderungen umzuwandeln, die den Entwurf des Systems unterstützen.

Warum sollten Sie die Systemanforderungen dokumentieren? In der Regel haben Sie bereits Kundenanforderungen. Warum also Zeit und Mühe investieren, um zusätzliche Systemanforderungen zu dokumentieren? In einem Projekt möchten Sie die vereinbarten Ergebnisse pünktlich, innerhalb des Budgets und in der vom Kunden geforderten Qualität liefern. Wenn Sie Ihre Systemanforderungen nicht dokumentieren, können Sie Funktionalität übersehen oder die Erwartungen Ihrer Kunden völlig falsch interpretieren. Dies verursacht zusätzlichen Aufwand, Kosten und Verzögerungen. Sie können auch Aspekte Ihres Systems übersehen, die für die Funktionalität oder nicht-funktionale Aspekte Ihres Systems wesentlich sind. Dies kann zu Fehlstarts oder sogar zu zusätzlichen Entwicklungszyklen führen.

Im Folgenden sind die wichtigsten Aspekte der Systemanforderungsanalyse in Automotive SPICE® aufgeführt.

Bild   Der Prozess SYS.2 im VDA-Scope
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Warum brauchen wir Systemanforderungen?

Ein wichtiger Grund für die Dokumentation der Systemanforderungen ist, dass Sie mehr als die Erwartungen Ihrer Kunden berücksichtigen müssen. Die meisten Systeme müssen Standards, Normen und andere Vorschriften erfüllen, die die Anzahl der Anforderungen erhöhen. Aus diesem Grund werden sie im Prozess als Stakeholder-Anforderungen beschrieben. Zu Dokumentationszwecken ordnen Sie die Stakeholder-Anforderungen Ihren Systemanforderungen zu, die Ihre interne Sicht des Systems widerspiegeln. Die Systemanforderungen bilden wiederum die Basis für den Systemqualifizierungstest und alle nachfolgenden Prozesse, z.B. Systemarchitektur.

Die Systemanforderungen beschreiben das System als Black-Box, das »Was«. Was soll das System tun, nicht »wie« soll es etwas tun. Wenn wir also eine elektronische Steuereinheit (eng. electronic control unit), ein ECU, entwickeln, identifizieren wir Folgendes:

  • Sie beschreiben, welche Signale die Pins des Steckverbinders erreichen, was das System mit diesen Signalen tun soll und welche Ausgangssignale wir an den Pins des Steckverbinders erwarten.
  • Teil dieses Ansatzes ist es auch, die Anforderungen so zu strukturieren, dass sie für die interne Organisation von Bedeutung sind und die Verteilung auf verschiedene Bereiche unterstützen.
  • Dies stellt sicher, dass jede Organisationseinheit weiß, welche Anforderungen für sie relevant sind. Diese können Attribute sein, z.B. um Anforderungen gemäß ISO 26262 zu klassifizieren, es kann sich um eine funktionale Struktur handeln, die die Verteilung auf Funktionsgruppen usw. unterstützt.

In der Regel wird das Anforderungsmanagement durch geeignete Tools wie z. B. eine Anforderungsdatenbank unterstützt.

Wir sind für Sie da.

Benötigen Sie Unterstützung für Ihr Projekt? Wir sind Ihre Ansprechpartner rund um Managementberatung und Verbesserungsprogramme in der Elektronikentwicklung.

Steffen Herrmann und das Sales-Team

Besetzung dieses Prozesses

Eine Herausforderung kann darin bestehen, Mitarbeiter zu finden, die die Definition von Systemanforderungen unterstützen können. Die Herausforderung liegt darin, dass ein Systemingenieur ein Allrounder sein muss. Wenn Sie ein mechatronisches System wie die Servolenkung entwickeln möchten, muss dieser Ingenieur ein tiefes Verständnis für Mechanik, Elektronik und Softwareentwicklung haben. Dies ist fast unmöglich in einer Person zu kombinieren. Wenn Sie nicht über diese Art von Personal verfügen, könnte ein möglicher Workaround sein, ein domänenübergreifendes Team zusammenzustellen, das für die gemeinsame Definition der Systemanforderungen verantwortlich ist.

Warum sollten Sie die Anforderungen analysieren?

Ein weiterer Zweck dieses Prozesses ist, wie der Name schon sagt, die Analyse der Anforderungen. Die Anforderungen sollten auf Machbarkeit oder Risiko analysiert werden. Diese beiden Aspekte sind eng miteinander verbunden. Wenn Sie sich hinsichtlich der Machbarkeit einer Anforderung nicht sicher sind, besteht ein inhärentes Risiko, da die Suche nach einer Lösung möglicherweise zu viel Zeit in Anspruch nimmt oder es überhaupt keine Lösung gibt. Ein weiteres zu analysierendes Thema ist die Testbarkeit. Natürlich kann die Unterstützung der Tester genutzt werden, um dies zu gewährleisten. Oft werden die Tester gebeten, die Anforderungen zu überprüfen. Die Analyse sollte auch die technischen Auswirkungen berücksichtigen. Dies beinhaltet die Beurteilung von Abhängigkeiten zwischen Anforderungen. Ein Beispiel hierfür könnte die »Schließen«-Funktion eines Fensterheber-Steuergeräts sein. Für die Schließfunktion muss die Fensterscheibe nach oben gleiten, bis das Fenster geschlossen wird. Es gibt jedoch eine widersprechende Sicherheitsfunktion, die sogenannte »Einklemmschutz«-Funktion, die verhindern soll, dass sich Finger beim Schließen des Fensters einklemmen. Es besteht eine offensichtliche gegenseitige Abhängigkeit und technische Implikation zwischen diesen Anforderungen. Dies sollte im Rahmen der Analyse berücksichtigt werden.

Zu guter Letzt sollte die Analyse auch wirtschaftliche Aspekte der Anforderungen abdecken. Es sollte daher festgestellt werden, wie sich die Umsetzung der verschiedenen Anforderungen auf Kosten und Zeitplan auswirkt. Jetzt können Sie sagen, dass Sie all dies nicht in der Anforderungsdatenbank dokumentieren können.

Beachten Sie, dass Automotive SPICE® nicht festlegt, wo Sie dies dokumentieren. Beispielsweise können Sie den ersten Teil der Analyse (Machbarkeit und Risiken) in der Anforderungsdatenbank, die technischen Auswirkungen auf entsprechende und verknüpfte Änderungsanforderungen sowie die Auswirkungen auf Kosten und Zeitplan in Ihren Projektmanagementtools abdecken.

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Unserer Erfahrung vertrauen bereits über 100 Konzernkunden auf vier Kontinenten.

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Bei uns engagieren sich 48 intacts™ zertifizierte Assessoren. Mit an Bord sind auch zehn Trainer für Provisional bzw. Competent Level.

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Wir bringen uns bei der Gestaltung des Standards kontinuierlich seit 2005 als Peer Reviewer ein. Bei intacs haben wir Plug-Ins für Mechanical Engineering und Hardware Engineering mitverfasst.

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Warum sollten Sie sich um Traceability und Konsistenz bemühen?

Dieser Prozess erfordert auch, dass Sie die Traceability und Konsistenz zwischen Ihren Systemanforderungen und den Stakeholder- Anforderungen sicherstellen.

Die Traceability kann durch Hyperlinks wie DOORS, durch bestimmte Traceability-Tools wie Rectify, durch Traceability-Matrizen oder durch andere verwaltbare Mittel hergestellt werden, die die Werkzeuglandschaft Ihres Unternehmens unterstützen.

Der Zweck der Traceability besteht darin,

  • Unterstützung von Konsistenzprüfungen, d. h. Überprüfung der Vollständigkeit und Genauigkeit der Systemanforderungen.
  • Unterstützung der Folgenabschätzung bei Änderungsanträgen oder Mängeln.
  • Unterstützung der Berichterstattung über die Stakeholder-Erwartungen.

Der zweite Teil dieses Aspekts ist die Konsistenz.

Konsistenz bedeutet, dass Sie die Vollständigkeit und Richtigkeit Ihrer Systemanforderungen gegenüber den Stakeholder-Anforderungen sicherstellen müssen. Da dieser Prozess Ihr Einstieg in Ihre Entwicklung ist, möchten Sie sicherstellen, dass Ihre Systemanforderungen die Stakeholder-Anforderungen korrekt abdecken. Überspringen Sie diese Bewertung also keines Falls!

Nichts läuft ohne

Zur systematischen Verbesserung der Entwicklungsprozesse im Bereich der Automobilelektronik sind wir offizieller Lizenznehmer von Automotive SPICE®, einer Marke des VDA QMC.

vda-qmc.de

Wir unterstützen Sie dabei,
  • die Schlüsselprozesse Ihrer Entwicklungseinheit mit Automotive SPICE® auf die erforderliche Reife zu bringen.
  • bestehende Arbeitsabläufe und Vorgehensweisen systematisch zu verbessern.
  • den Stand Ihrer Prozessverbesserungen per Assessment oder Gap-Analyse zu bewerten.
  • die Anforderungen von Automotive SPICE® im Einklang mit Security, Funktionaler Sicherheit und agilen Methoden zu erfüllen.
  • Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv zu schulen und zu Assessoren auszubilden.