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State of Practice 2014

Agile Methoden in Automotive

Studie State of Practice 2014

Agile Methoden und Praktiken setzen sich im Automobilbereich immer stärker durch, zeigt unsere Marktbefragung Agile in Automotive. State of Practice 2014. Aufbauend auf ersten Erfolgen verwenden die befragten Hersteller und Zulieferer durchschnittlich seit Herbst 2011 agile Methoden wie Scrum, XP oder Kanban, um ihre Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten und die Komplexität zu bewältigen.

"Automotive ist anders. Agile Methoden funktionieren hier nicht", lautet ein oft gehörter Mythos. Die aktuelle Branchenumfrage Agile in Automotive. State of Practice entlarvt diesen Mythos als Ausrede: Die befragten Verantwortlichen bei Herstellern und führenden Zulieferer setzen im Durchschnitt seit 39 Monaten agile Entwicklungsmethoden in der Praxis ein. Ein Drittel der Unternehmen hat dabei den Roll-out und Pilotierungsphasen bereits hinter sich gelassen.

Agile in Automotive: State of Practice
Abb.: Studie (o.) und Übersichtsposter
Survey Agile in Automotive

Zu den befragten Unternehmen zählten Verantwortliche in Deutschland und in den USA, die verteilte Entwicklungsprojekte an Standorten in Osteuropa und Südostasien betreuten.

Auskunft als Interviewpartner gaben

  • Entwicklungsleiter: 41 %
  • Projektleiter: 32 %
  • Qualitätsbeauftragte: 27 %

Softwareentwicklung bleibt die Domäne agiler Methoden in der Automobilindustrie. Unter agilen Methoden verstehen die Anwender in erster Linie das Projektmanagement-Framework Scrum und die Prozesssteuerungs-Methode Kanban. Auch Feature Driven Development und XP. Auch Praktiken wie Daily Stand-ups (83 %), Retrospektiven und Continuous Integration (72 %) kommen zum Einsatz, während nur ein Fünftel der Befragten auf Pair Programming setzt.

Agil auf breiter Front

Überraschenderweise haben sich agile Methoden in der Serienentwicklung stärker durchgesetzt als in der Forschung (89 %). In der Vor-Serie oder in F&E setzen die Befragten Scrum und Kanban deutlich weniger häufig ein (44 resp. 11 %). Diese Methoden werden bei jedem Steuergeräte-Typ eingesetzt, bei der Entwicklung von Bremsen wie bei der von Fahrerassistenzsystemen.

Beispielhafte Applikationstypen

  • Fahrzeugelektronik: 45 %
  • Multimedia-Anwendungen: 39 %
  • Connectivity und integrierte Dienste: 38 %
  • Steuerung für den Antriebsstrang: 33 %

Individuelle Anpassungen sind die Regel

Die Praktiker in der Fahrzeugentwicklung passen die agilen Konzepte ihren Bedürfnissen an. Am Beispiel von Scrum lässt sich dies veranschaulichen: Während 83 % der Anwender auf Daily Stand-ups setzen, nutzen nur 39 % User Stories. In knapp zwei Dritteln der befragten Unternehmen unterstützten Scrum Master die agilen Teams.

Als Schlüsselfaktor bei der Implementierung agiler Konzepte gilt die Unterstützung durch das Management, Kommunikation sowie die Freiheit, Neues auszuprobieren.

Anwender schätzen die Flexibilität

Das Ziel der Praktiker ist es, die Produktentwicklungszeit zu verkürzen. Traditionelle, sequenzielle Entwicklungszeiten haben sich als zu unflexibel herausgestellt, um die Komplexität zu bewältigen.

Belohnt für ihren Einsatz wurden die agilen Pioniere durch höhere Produktivität und Zufriedenheit in den Teams. Gestärkt wurde darüber hinaus die Sichtbarkeit der Teams  mit ihren Leistungen in der Organisation ­– die verbesserte Kommunikation ermöglichte den Teams gewissermaßen nicht nur, Gutes zu tun, sondern auch, darüber zu sprechen.

 

 

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Agile in Automotive. State of Practice 2014 von Kugler Maag Cie ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

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